Copa del Rey: Betis Sevilla verspielt Führung gegen FC Valencia

Fans Betis Sevilla

In einem packenden und mitreißenden Halbfinale der Copa del Rey trennten sich Betis Sevilla und der FC Valencia Unentschieden. Trotz einer 2:0 Führung mussten sich die Andalusier vor 57.123 Zuschauern im Estadio Benito Villamarin mit einem 2:2 zufriedengeben. Das Rückspiel im Semifinale des spanischen Pokals steht in drei Wochen in Valencia an, wo der Gegner vom FC Barcelona oder Real Madrid gesucht wird.

Jesé und Gameiro auf der Bank

Schon vor dem Spielbeginn waren die Aufstellungen weitgehend klar im Hinspiel des Halbfinales der Copa del Rey. Bei Betis Sevilla saß demnach Neuzugang Jesé Rodriguez zunächst auf der Bank. Bei den Gästen musste sich hingegen Ex-FC-Sevilla-Akteur Kevin Gameiro auf die Bank setzen. Die Gastgeber um Coach Quique Setien setzten auf ein 3-1-4-2-System. Die Ostspanier hingegen starteten in einem klassischen 4-4-2-System. Bei Betis Sevilla war Ex-Borussia-Dortmund-Akteur Marc Bartra zunächst fraglich. Doch der Innenverteidiger lief trotz Beschwerden im Training auf. Bei den Gästen wiederum nahm der zuvor länger verletzte Innenverteidiger Kondogbia auf der Bank Platz. Auf beiden Seiten standen zudem jeweils – wie so oft üblich im Pokal – die Ersatzkeeper Joel (Betis) und Domenech (Valencia) zwischen den Pfosten. Beeindruckend übrigens die Fans von Betis Sevilla. Rund 7.000 bis 10.000 davon empfingen den Mannschaftsbus vor dem Stadion.

Früher Schock für Betis Sevilla: Marc Bartra verletzt raus

Nach sechs Minuten wurde es zum ersten Mal in der Partie gefährlich, als Giovanni Lo Celso mit einem Zuckerpass Junior Firpo freispielte. Der von Real Madrid umworbene Flügelflitzer der Andalusier wurde im Strafraum zu Fall gebracht – doch die Referees hatten zuvor eine Abseitsstellung erkannt. Nur vier Minuten später dann stockte den meisten der 57.123 Zuschauer der Atem. Denn Marc Bartra musste verletzt ausgewechselt werden. Der frühere Innenverteidiger von Borussia Dortmund war trotz Beschwerden am Tag zuvor aufgelaufen, die offenbar zurückkehrten. Für Bartra wechselte Quique Setien Javi Garcia ein. Nachdem die Anfangsminuten zunächst Betis Sevilla gehörten, kam der FC Valencia nach der Bartra-Auswechslung besser ins Spiel und hatte die ersten Chancen durch einen Parejo-Freistoß sowie durch Rodrigo, Santi Mina und Carlos Soler. Hätten die Gäste nach einer halben Stunde bereits mit 2:0, 3:0 geführt, hätte sich Betis Sevilla in diesem Halbfinal-Hinspiel der Copa del Rey 2018/2019 nicht beschweren dürfen.

Führung für Betis Sevilla mit dem Halbzeitpfiff

Als sich Zuschauer, Spieler und Offizielle eigentlich schon mit einem 0:0 zur Pause abgefunden hatten, schlugen die Gastgeber zu. In der 45. Minute nutzte Betis Sevilla einen Eckball nämlich perfekt. Sergio Canales und Joaquin konnten die Ecke im Zusammenspiel ausführen, ohne dass sie ernsthaft gestört wurden. Die Flanke von Canales leitete Junior Firpo per Kopf an Loren weiter. Der Mittelstürmer der Gastgeber verwandelte das Ding eiskalt zur 1:0 Führung der Schützlinge von Quique Setien – eine durchaus glückliche Führung.

Das Highlight der Partie: Joaquin verwandelt Eckball direkt

Nach der Pause machte zunächst der FC Valencia Druck, doch das Tor erzielten die Gastgeber. Giovani Lo Celso war auf dem linken Flügel nach einem starken Antritt von Rodrigo nur durch ein böses Foul zu stoppen. Der Freistoß aus halblinker Position wurde von einem Abwehrspieler der Gäste zur Ecke abgefälscht. Und wie schon beim 1:0 wurde auch das 2:0 durch einen Eckball erzielt. Dabei aber schaffte Joaquin ein besonderes Kunststück. Der Oldie der Andalusier ballerte die Ecke nämlich direkt ins Tor! Kann man ja durchaus mal so machen…Allerdings sah Keeper Domenech dabei alles andere als gut aus. Zudem hatten Schieds- und Linienrichter die Aktion nicht richtig gesehen. Deswegen musste der Videoassistent eingreifen, um auf Tor für Betis Sevilla zu erkennen. 2:0 nach 54 Minuten, die Vorentscheidung im Hinspiel des Halbfinales der Copa del Rey 2018/2019 schien gefallen zu sein.

Doppelwechsel bringt FC Valencia zurück ins Spiel

Was kein Zuschauer vorab ahnen sollte, in der 58. Minute veränderte sich die Partie komplett. Gästecoach Marcelino nämlich Kondogbia und Gameiro für Coquelin und Santa Mina. Insbesondere die Einwechslung von Kevin Gameiro, der von 2013 bis 2016 beim FC Sevilla spielte, verhalf den Ostspaniern zu neuem Schwung und zu Torgefahr. Davon profitierte in der 70. Minute Denis Cheryshev. Der Russe konnte nach einer guten Aktion des eingewechselten französischen Stürmers auf 1:2 aus Sicht des FC Valencia verkürzen. In der 88. Minute dann musste Cheryshev eigentlich das 2:2 erzielen, doch der Offensivspieler köpfte den Ball aus wenigen Metern Torentfernung nur an die Latte. Doch in der Nachspielzeit konnten die Gäste dann doch noch jubeln. Mit der letzten Aktion des Spiels erzielte ausgerechnet Gameiro den 2:2 Endstand – und sorgte für eine gute Ausgangslage für den FC Valencia. Während also bei den Gästen die Einwechslungen erfolgreich waren, war dies bei Betis nicht der Fall, konnte doch beispielsweise Jesé nach seiner Einwechslung nicht den erhofften Umschwung bringen.

Doch Coach Marcelino warnte seinen Spieler in der Pressekonferenz nach dem Spiel, dass die Entscheidung über den Einzug ins Finale der Copa del Rey – das bekanntlich ja im Estadio Benito Villamarin von Betis Sevilla ausgetragen wird – längst nicht gefallen sei:


“Wir haben noch schwierige 90 Minuten im Mestalla vor uns. Betis hat im Nou Camp und im Bernabeu in dieser Saison gewonnen. Sie haben sehr gute Ergebnisse auswärts in schwierigen Partien erzielt.”


Statistik zu Betis Sevilla gegen FC Valencia 2:2 (1:0)

Betis Sevilla: Joel Robles – Sidnei, Marc Bartra (10. Javi Garcia), Aissa Mandi – William Carvalho – Joaquin, Sergio Canales, Andres Guardado, Junior Firpo (80. Francis Guerrero) – Giovani Lo Celso, Loren (78. Jesé Rodriguez).   

FC Valencia: Domenech – Cristiano Piccini, Ezequiel Garay, Gabriel Paulista, José Gayá – Carlos Soler (78. Daniel Wass), Francis Coquelin (58. Geoffrey Kondogbia), Dani Parejo, Denis Cheryshev – Rodrigo, Santi Mina (58. Kevin Gameiro).

Tore: 1:0 (45.) Loren, 2:0 (54.) Joaquin, 2:1 (70.) Cheryshev, 2:2 (93.) Gameiro

Gelbe Karten: Junior Firpo (15.) – Rodrigo (52.), Carlos Soler (65.), Dani Parejo (73.)

57.123 Zuschauer im Estadio Benito Villamarin

Michael Aleman

Michael Aleman

Wer Michael Alemán antreffen will, der hat in der Regel nur zwei Möglichkeiten: im Fußballstadion oder aber im Theater! Unser Redaktionsleiter ist nämlich nicht nur begeisterter Fan des runden Leders, sondern auch beruflich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, unterwegs.
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